Lily Braun: „Wenigstens auf eine standesgemäße Weise“

In der Goethe-Zeitschrift waren inzwischen meine Aufsätze erschienen, und von den Weimarer Freunden und Verwandten meiner Großmutter wurde mit eitel Anerkennung zu Teil. Auch der Großherzog ließ mir sagen, wie sehr ihn interessierte, was ich schreibe, und legte mir nahe, nach Weimar zu kommen, wo ich zu neuen Studien und Arbeiten alle Türen offen und alle Menschen hilfsbereit finden würde. Mein Vater strahlte über diesen Erfolg und begriff nicht, wie ich auch nur einen Moment zögern könne, der Aufregung Folge zu leisten.

„Du bist doch nun einmal dem Tintenteufel verfallen“, meinte er, „nun kannst du es wenigstens auf eine standesgemäße Weise sein.“

Lily Braun: Memoiren einer Sozialistin, Bd. 1. Lehrjahre, München: Albert Langen, 1909, S. 467-468.

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Über Silvia Irina Zimmermann

Literatur über und Neuausgaben aus dem Werk von Carmen Sylva
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